Station 16 - Teich und Düker

Der künstliche „Tirolerbach“ – benannt nach den ersten Siedlern – ist die Lebensader Theresienfelds.

Teich 2019
2019 - Teich

Ohne ein Bewässerungssystem wäre die Gründung des Ortes nicht möglich gewesen. Nach den Plänen des Landphysikus und Doktors der Medizin Andreas Fourlani von Felsenburg wird Wasser aus der Piesting bis zur höchsten Stelle in der Ortsmitte geleitet.

Bis hierher zum Teich hat das Wasser bereits einen 5,3 km langen Weg hinter sich. Dabei liegen auch die Abteilung der Nachtkanäle sowie die Abzweigung in die westlichen Viertelkanäle kurz nach der Bahnbrücke.

Durch insgesamt ca. 30 km Seitenkanäle mit Absperrungen („Fallen“ und „Lullen“) konnten die bezugsberechtigten Gärten und Hausäcker bewässert werden.

Am Ende der Viertelkanäle wurden früher die Hutweiden mit dem sogenannten Überwasser geflutet. Bis in die 1960er-Jahre führte der „Hoada-Hansl“ täglich das örtliche Vieh dorthin.

1975 wurde der Versickerungsteich Nord-Ost auf dem Grund der Stier- und Weidegenossenschaft angelegt, die bereits 1907 gegründet wurde und heute noch als Agrargemeinschaft besteht.

Durch den Bau der tiefergelegten Umfahrung der B17 musste das Überwasser mittels Rohrleitung über eine Brücke geführt werden. Der ehemalige Eisteich am südlichen Ortsende wurde 1985 neu ausgehoben und dient heute als Fischteich.

Die erste „kaiserliche Wasserleitungsordnung“ aus dem Jahr 1780 – eigenhändig von Kaiserin Maria Theresia angeordnet – wurde 1795 veröffentlicht und regelte die Bewässerungszeiten.

Nach jahrzehntelangem Streit um die Nutzung des Wassers kam es 1891 zur Gründung einer Wassergenossenschaft. Bis 1970 war der jeweilige Bürgermeister zugleich Obmann dieser Genossenschaft.

Die heute noch gültige Wasserordnung stammt aus dem Jahr 1893. Darin heißt es:

„Die Benützung des Wassers zur Bewässerung ist durch die beigegebene Stundeneintheilung geregelt, deren genaueste Einhaltung den Wasserberechtigten zur strengsten Pflicht gemacht wird. Jede diesbezügliche Überschreitung wird als Wasserfrevel strenge bestraft.“

1893 wurde auch dieser Feuerlöschteich errichtet, der gleichzeitig als Viehtränke und zur Eisgewinnung für die Wirtshäuser diente. 1952 wurde er betoniert.

Seit 1928 gelangt das Wasser durch eine Druckleitung – einen sogenannten „Düker“ – unter der Straße hindurch in die östlichen Viertel.


1904 - Teich
1920 - Teich
1926 - Brücke über den Tirolerbach
1930 - Teich
1940 - Teich
1960 - Teich
1939 - Tirolerbach
Tirolerbach - Aufteilung in 1. und 2. Viertel
Tirolerbach - Bahnunterführung
Eggendorferstraße - Aufteilung in 3. und 4. Viertel