Hier stand als eines der fünf Urhäuser das herrschaftliche Gemeindegasthaus, das bereits in der ersten Planung der „Kolonie Theresienfeld“ vorgesehen war.
um 1960
Am 4. Jänner 1782 schenkte Kaiser Josef II. das Gebäude per Hofdekret der Gemeinde. Bedingung war, dass der Pachtschilling für die Bezahlung des Lehrers sowie für Reparaturen des Schulhauses und der Kirche verwendet wird.
Diese Verpflichtung bestand bis 1930. 1960 erhielt die Pfarre einen Anteil des Kauferlöses.
1948 wurde das Gebäude mit Mitteln des Landes Niederösterreich renoviert. 1960 erfolgte der Verkauf samt Fleischhauerei an den damaligen Pächter Heinrich Jestl.
2013 sperrte das Gasthaus als letztes Wirtshaus im Ort seine Türen. Im September 2018 wurde das Gebäude im Zuge der Neugestaltung des Hauptplatzes abgerissen.
Früher hatte es aufgrund des starken Durchzugsverkehrs auf der Triester Straße gleichzeitig bis zu fünf Wirtshäuser im Ort gegeben.
Ein besonderes Kaffeehaus eröffnete Herrschaftsbesitzer Josef Keppelhofer Mitte der 1850er-Jahre in der ehemaligen Pforte zum Schloss, der späteren Portierloge der Landesberufsschule.
Die Gemeinde versuchte damals vergeblich gegen diese Konkurrenz zum eigenen Gemeindegasthaus vorzugehen. Das Kaffeehaus wurde vor allem von gehobenen Gesellschaftsschichten und pensionierten Offizieren der nahegelegenen Militärakademie besucht, musste jedoch bereits nach zehn Jahren wieder schließen.
Im letzten Jahrhundert gab es noch drei echte Wirtshäuser im Ort: den „Jestl“, die „Restauration Petri“ sowie das „Gasthaus zum lustigen Bauern“ – besser bekannt als „40-er-Wirt“.
In diesen Gasthäusern fanden zahlreiche gesellschaftliche Veranstaltungen statt. Im großen Saal des Gemeindegasthauses wurden Theateraufführungen veranstaltet, beim „Petriwirt“ traf sich die Jägerschaft und vor dem „40-er-Wirt“ wurde auf einer Lehmbahn gekegelt.
Mit dem Bau des Gemeindezentrums im Jahr 1981 wurden große Bälle und Festveranstaltungen überwiegend in den neuen Festsaal verlegt.